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Der Mensch ist arm, die Welt ist schlecht - und das noch mehr in einer Zeit, in der Egoismus womöglich noch höher im Kurs steht als zu Zeiten Bert Brechts. Regisseur Robin Telfer verlegt die Handlung der Dreigroschenoper in die Moderne. Die karge Bühne deutet ein Rotlichtviertel an. Im Mittelpunkt stehen lauter Menschen, die allesamt jedem in den Rücken zu fallen bereit sind, wenn sie das auf der Leiter nur eine Sprosse weiter nach oben bringen könnte.
Dabei konzentriert sich Robin Telfer ganz auf seine Figuren und umschifft die Gefahr, das Stück als Nummernrevue zu präsentieren: "Was wir versuchen ist die Kraft und die Sinnlichkeit der Lieder beizubehalten. Man kann das nicht verneinen, wollen wir nicht verneinen, wollen wir nicht wegtun, aber zeigen, dass das trotzdem nicht alles überrumpelt, was vielleicht sonst an Gedankengut an dem Abend vorhanden sein könnte".
Hier und da blitzt in der Inszenierung schwarzer Humor auf. Etwa wenn zu Macheaths Hinrichtung das Kamerahandy gezückt wird und besonders beim drastischen Schluss, bei dem konsequent alle zu Opfern und Tätern werden. Insgesamt ist diese moderne Dreigroschenoper akkurat inszeniert, etwas mehr Feuer und Brisanz hätten ihr aber gut getan. Viel Applaus gab es für die durchweg tolle Leistung des Ensembles.
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